Kein Entrinnen!!! Never ever … (5 von 5 Leselokomotiven)
Eigentlich bin ich selten in der Lage, dies zu tun, da ich es zeitlich kaum schaffe, mir einen entsprechenden Überblick zu verschaffen, dennoch bin ich der Meinung: Ab und an sollte man kein Buch, sondern gleich einen ganzen Autor lobend erwähnen. In dem Fall eine Autorin. Ursula Poznanski schreibt Bücher, die so spannend sind, dass man beim Lesen vergessen könnte, den Herd auszumachen – und plötzlich erhielte man von Erebos den Befehl: Nie wieder KOCHEN, nur noch zu LESEN!
Zum Beispiel Die Burg. Hier konstruiert eine scheinbar wahnsinnig gewordene KI komplexe unterirdische Welten, die nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Leserinnen gefangen nehmen. Ein Entrinnen: Ungewiss.
Scandor beweist eindrücklich, das Schweigen tatsächlich Gold, Reden dagegen ziemlich teuer und unangenehm werden kann. Pass auf, wem du was sagst und vor allem: Sag immer die Wahrheit, denn Lügen, selbst die kleinsten, werden umgehend bestraft.
Nach Cryptos – eine von unzähligen virtuellen Welten – möchte man nicht vielleicht unbedingt reisen, da das, was wir heute Realität nennen, in diesem Zukunftskonstrukt dermaßen abgeranzt und widerwärtig geworden ist, dass einen auch die virtuelle Karibik nicht mehr trösten könnte. Zumal dann nicht, wenn ein Exit plötzlich kein Exit im computertechnischen, sondern im medizinischen Sinne sein könnte …
Mit Saeculum hat die Autorin zudem bewiesen, dass Mittelalter-Rollenspiele nicht nur nerdig, sondern auch lebensgefährlich sein können – besonders, wenn man sich nicht mal sicher sein kann, ob das WLAN im Wald funktioniert und alte Flüche zu neuen Problemen führen.
In Elanus lässt sie eine Drohne durch die Lüfte fliegen, die mehr Geheimnisse aufdeckt als ein WhatsApp-Gruppenchat nach Mitternacht. Und bei Layers merkt man schnell: Vertrauen ist gut, Misstrauen ist überlebenswichtig – besonders wenn die Realität mehrere Schichten hat.
Man könnte so weitermachen, ich belasse es dabei, stattdessen mein FAZIT: Ursula Poznanski ist die literarische Mischung aus Escape Room, Thriller und Kaffeeentzug – man kommt nicht raus, zittert die ganze Zeit und will trotzdem mehr. Ein Wochenende mit der Autorin könnte das reale Leben wegen Herzinfarktgefahr verkürzen, sorgt aber für so viel Spannung und Vergnügen, dass man gerne auf ein paar Jährchen verzichtet. Und irgendeinen Tod müssen wir schließlich alle sterben, oder?
Autorinnentipp von Astrida Wallat
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