Leckeres aus der historischen Backstube
Noch ein kleiner Weihnachtsnachschlag gefällig? Dann ist dieser Roman aus der historischen Backstube das Buch der Wahl. Es verströmt einen verführerischen Duft nach Zimt, Nelken und Kardamom, kurz: nach feinsten Nürnberger Elisen-Lebkuchen. Deren Entstehungsgeschichte erzählt der Roman auf Basis einer alten Legende.
Nürnberg im Jahr 1864: Nachdem sie die reiche Tucher-Erbin Helene beim Schlittschuhlaufen aus einem Eisloch gezogen hat, erkrankt die Lebküchnertochter Elise schwer. Aus Verzweiflung erfindet ihr Vater einen neuen Lebkuchen ohne Mehl, der zunächst sein Kind gesunden lässt und anschließend zum Kassenschlager avanciert. Der Elisen-Lebkuchen ist geboren, und aus dem einfachen Lebküchner wird ein wohlhabender Fabrikant, der in den besten Kreisen verkehrt. Sein Glück ist allerdings von kurzer Dauer, denn bei der Nürnberger Jahrhundertflut kommt er ums Leben. Seiner Frau Margarethe und Elise fällt es nun anheim, das Erbe zu bewahren, was sich nicht so einfach gestaltet, wie zunächst gehofft …
Dem Autorenduo ist vielleicht kein großer Wurf, aber ein sinnlicher Roman mit viel Atmosphäre und Sachkenntnis gelungen. Etwas anstrengend werden gelegentlich die historischen Diskurse zu verschiedensten Themen, bei denen man manchmal das Gefühl hat, dass sie mehr um ihrer selbst Willen als aus Notwendigkeit eingefügt sind. Sehr zu Herzen gehen dagegen die Liebesgeschichten zwischen der Titelheldin und dem jungen Lebküchner Corbinian, sowie die ihrer Kammerzofe Agathe und dem Offizier Richard von Abedyll. Von daher eine genüssliche Leseempfehlung
Buchtipp von Astrida Wallat
