»Die Cranach-Verschwörung« von Friederike Schmöe

Kunst kommt von Können und so …

Cranachverschwörung1

Katinka Palfy, Friederike Schmöes grundsympathische, though-pragmatische Privatdetektivin, ist nunmehr eine gute alte Bekannte. Hier löst sie schon ihren 15. Fall, der sich in den Abgründen der oberfränkischen Kunstszene abspielt. Anonym bekommt Katinka Palfy eine große Summe zugespielt, mit dem Auftrag, im Umfeld der Galeristin Nicola von Gleewitz zu ermitteln. Zeitgleich untersucht ihr Lebensgefährte Hardo den brutalen Fall einer in einem Müllschacht gleichsam entsorgten jungen Frau.

Katinka begibt sich auf die Suche und findet sich wieder in einem Morast aus Scheinheiligkeit, Täuschungen, gefährlichen Leidenschaften und Doppelmoral. In Kronach soll demnächst ein wiedergefundenes Gemälde von Cranach enthüllt werden. An sich eine Sensation, doch ist besagtes Kunstwerk tatsächlich echt? Wer könnte Interesse an einer Fälschung haben, und welche Verbindung gibt es zum entsetzlichen Tod der jungen Lara? Bis Katinka mit Hilfe von Hardo alle Lichter aufgegangen sind, und sie alle Fäden entwirrt hat, vergeht etwas Zeit bei einem amüsant-rasanten Lektüreerlebnis. Nebenbei entwickelt sich ein kleiner Kunstdiskurs über den Wert von Originalen, die Bedeutung von Talent und Fälschungstechniken.

Im Sommertief oder bei Liegestuhl-Dasigkeit sind Frankenkrimis immer eine gute Idee. Die von Friederike Schmöe machen nur insofern eine Ausnahme, als sie immer wieder besonders positiv herausstechen. Tolles Personal, gut ausgeklügelte Fälle, bei denen man bisweilen auch noch etwas lernt, Spannung bis zum Schluss. »Die Cranach-Verschwörung« punktet zudem mit Exzentrik, profunder Kunstrecherche und trefflicher Personenzeichnung. Zusätzlich fragt man sich, ob Kronach nicht vielleicht doch wieder einmal eine Reise wert wäre …

In dieser Liga zuletzt mit verwandtem Thema: »Der falsche Feldhase« von Killen McNeill. Beides natürlich bei uns in der Bücherei.

Buchtipp von Astrida Wallat