»Die Roseninsel« von Anna Reitner

Die Roseninsel Homepage

Historie, Romantik und ein dunkles Geheimnis

Du sandest mir blühende Rosen

Einst über den lieblichen See

Mit Zweigen des weißen Jasmins

Gleich duftendem Nachtwinterschnee. (Kaiserin Elisabeth von Österreich, 1886)

Liv ist Ärztin an der Berliner Charité; nachdem sie eine Patientin verloren hat, will sie eine Zeit lang die Stadt verlassen, um das belastende Erlebnis zu verarbeiten. So nimmt sie für vier Wochen eine Stelle als Verwalterin auf der Roseninsel im Starnberger See an. Kaum angekommen, stöbert sie ein uraltes Tagebuch auf, das für Rätsel sorgt ...

Die Roseninsel liegt 170 Meter vom Westufer entfernt im Starnberger See. In der sie umgebenden Flachwasserzone finden sich historische Pfahlbauten, welche zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Wie in der Geschichte erzählt, wurden an der Nordspitze der Roseninsel tatsächlich hölzerne Konstruktionen untersucht, deren Funktion bis heute nicht geklärt ist. Mittlerweile ist die Insel weitgehend wieder originalgetreu zu sehen, und sie hatte sogar eine prominente Fürsprecherin: Kaiserin Sissi, die in Possenhofen am Starnberger See aufwuchs, verlieh ihrer Liebe zu dem Ort im oben zitierten Gedicht Ausdruck.

»Die Roseninsel« ist ein facettenreicher Roman mit historischen Rückblicken, der dazu einlädt, eine Zille zu besteigen und zu seinem Schauplatz zu überzusetzen. Besonders im Juni/Juli, zur Zeit Rosenblüte also, trifft man dort auf ein kleines Paradies. Nicht nur der Roman, sondern auch die Roseninsel selbst entführt also in eine andere Welt.

Buchtipp von Susanne Lohse