»Der falsche Feldhase« von Killen McNeill

Falsch, fälscher, Fälschung

Ambrosius Siebenhaar, einem ältlichen Maler kurz vor dem lang ersehnten Durchbruch, fällt seine etwas fragwürdige künstlerische Vergangenheit auf die Füße. Zu Notzeiten hat er bekannte Gemälde gefälscht und auf die ein oder andere Weise in Zahlung gegeben. Jetzt will, nein, muss er sie wiederhaben, um sich nicht vor der Weltöffentlichkeit zu blamieren. Gemeinsam mit seiner Frau Thea begibt er sich auf einen Rückbeschaffungstrip der besonderen Art …

Ich gestehe es fränkisch und frei – bei diesem Buch bin ich hoffnungslos parteiisch. Ich liebe meine Heimat, verehre Dürer, Cranach und Grünewald, habe ein Herz für (gescheiterte) Künstler sowie für menschliche Schwächen. Killen McNeills Krimi bietet Lesevergnügen für jede Lektürevorliebe und jeden Geschmack:

Für Roadmoviefans: So viel Franken liest man selten. Von Nürnberg über die Fränkische Schweiz bis Kronach oder Rothenburg ob der Tauber – alles dabei.

Für Liebhaber von Liebesgeschichten: Es beginnt damit, dass sie sich trennen will, aber nicht zu Wort kommt. Wie es endet, sei nicht verraten. Zwischendrin ist es skurril, witzig, traurig, lächerlich, beschämend und wieder witzig. So wie unser aller (Liebes-)Leben!

Für Kunstfreunde: Wer Grünewald fälscht ist bescheuert, wer es mit Cranach versucht bescheuerter und wer sich an Dürer vergreift, dem ist gar nicht mehr zu helfen. Der Protagonist macht selbst vor Kandinsky nicht halt. Seine Ausreden sind umwerfend, seine Gelassenheit ebenfalls.  

Für Sozialkritische: High Society trifft Unterwelt. Ob am Ende die Guten siegen, bleibt ein bisschen offen. Wie im wahren Leben eben.

Kurz und knapp: Wer dieses Buch nicht liest, ist selbst schuld!

Buchtipp von Astrida Wallat