Regionale Weihnachtskrimis

 

Regionale Weihnachtskrimis frech, nachdenklich, mörderisch. Wir stellen drei von ihnen vor

 Tipp Rache der WeihnachtsgurkeBuchtipp Schmöe Rademacher

»Die Rache der Weihnachtsgurke« von Julia Bruns

Die Vorweihnachtszeit kann besinnlich sein, hektisch ... oder tödlich komisch, wie Julia Bruns rasanter Adventskrimi unter Beweis stellt. Irgendwo im Thüringer Wald: Die Weihnachtsstimmungsmaschinerie läuft auf vollen Touren, und alle helfen mit. Nur Ich-Erzähler Adam, der den Nikolaus geben soll, ist wenig begeistert, denn im Gegensatz zu seinem besten Freund Ruprecht ist ihm das Ganze schlicht too much. Als dann ausgerechnet anlässlich der feierlichen Eröffnungszeremonie der Pfarrer ermordet aufgefunden wird, erstickt an den Glassplittern einer Weihnachtsgurke, gerät die Dorfgemeinschaft ins Wanken. Der ohnehin trügerische Friede ist dahin. Nolens volens übernimmt Adam neben der Rolle des Nikolaus auch die des Ermittlers.

Ein locker-ironischer Erzählstil, allseits schrullige Figuren und eine überraschende Wendung am Ende: Wer der Adventszeit gerne mal mit einem Augenzwinkern begegnet und es hin und wieder etwas deftig mag, der ist mit diesem kurzweiligen Krimi bestens bedient. Ich persönlich habe mir nach der Lektüre jedenfalls sofort eine Weihnachtsgurke gekauft ...

Buchtipp von Astrida Wallat

»Stille Nacht in der Provence« von Cay Rademacher

Nicola und Andreas wollen die Weihnachtstage im Ferienhaus in Miramas-le-Vieux verbringen. Doch kaum sind sie angekommen, fällt viel Schnee und sie sind von der Außenwelt abgeschnitten. Als Andreas eine Leiche entdeckt, ist die gute Weihnachtsstimmung dahin. Kommissar Zulesi beginnt zu ermitteln, doch können Nicola und Andreas ihm trauen? Ein Provence Krimi von Cay Rademacher, der die Spannung und die Schönheit der Provence kombiniert. Bis zum Schluss ist unklar, wer der Mörder oder die Mörderin ist. So kann der Leser selber mitraten.

Dass richtige Buch für kalte verschneite Wintertage.

Buchtipp von Susanne Lohse

»Drauß’ vom Walde« von Friedrike Schmöe

Zwei Paare zur Weihnachtszeit in einer abgelegenen Hütte im Frankenwald. Das könnte Besinnlich- und Gemütlichkeit verheißen. Oder aber – im Krimigenre wahrscheinlicher: Mord- und Totschlag. Vier Figuren, von denen jede mit ihrem ganz persönlichen Dämon kämpft und eine fünfte, nicht weniger facettenreiche, die unversehens mit hineingezogen wird, einige Verwicklungen und am Ende eisige Klarheit.

Der bereits 2018 erschienene Roman von Friederike Schmöe ist immer noch sehr lesenswert: Scharf gezeichnete Figuren, pointierte Dialoge und ein Ende, das einem das beseelte »O du fröhliche« im Halse stecken lässt. Lesevergnügen pur.

Buchtipp von Astrida Wallat