»Der geheime Roman des Monsieur Pick«

Wer hat das verdammte Buch geschrieben?

Geheime Roman des Monsieur Pick Internet

Es gibt verfilmte Bücher, Bücher zum Film und – Filme über Bücher. Dieses Schmuckstück könnte quasi für uns Büchereien gedreht worden sein. »Der geheime Roman des Monsieur Pick« erzählt von einer »Bibliothek der abgelehnten Bücher« irgendwo im bretonischen Nirgendwo. Ein Exzentriker sammelt dort Manuskripte, die kein Verlag veröffentlichen wollte. Skurril zunächst, mehr nicht. Bis eines diese Manuskripte doch noch von einer Lektorin entdeckt wird und durch glückliche Zufälle zum Bestseller avanciert. Urheber soll ausgerechnet der verstorbene örtliche Pizzabäcker sein, den niemals jemand in Gesellschaft eines Buchs gesehen hat. Literaturkritiker Jean-Michel Rouche hat seine Zweifel und vor allem: Er kann das nicht durchgehen lassen. So betreibt er linguistische Analysen, durchforstet Verlagsarchive und besucht das bretonische Dorf, das er mit unverfrorener Angriffslust gehörig auf den Kopf steltl. Am Ende der ebenso rasanten wie urkomischen Jagd nach dem wahren Autor steht eine Entdeckung, die zynischer nicht sein könnte. Und durchaus so etwas wie Selbsterkenntnis.

Bezaubernd, atmosphärisch, lebensklug. Mit faszinierenden Charakteren, verkörpert von wunderbaren Akteuren! Mit solcher Verve wurde eine besondere Bibliothek das letzte Mal vermutlich in Umberto Ecos »Der Name der Rose« in Szene gesetzt. Prädikat: Ausleihen, ab in den DVD-Player und ansehen!

Medientipp von Astrida Wallat